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Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik

 

Bericht zur Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Medizintechnik in Esslingen (09.-10.11.2006) von Bodo Maschmann

BFMT

Jedes Jahr finden sich die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Medizintechnik (BFMT) organisierten Vertreter/innen der Fachschulen für Medizintechnik zu einem Erfahrungsaustausch an wechselnden Standorten zusammen. Nach Dippoldiswalde im Jahr 2005 fand das diesjährige Treffen nahe Stuttgart an der Medizinisch Technischen Akademie (MTAE) in Esslingen statt.

BVT

Gerard Wolny vom Bundesverband höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e.V. (BVT) referierte auf der Jahrestagung über das Thema "Zukunft der Technikerausbildung in Europa".

Der BVT versteht sich als Interessenvertretung für die Berufsgruppen der Staatlich geprüften Techniker/innen, Staatlich geprüften Betriebswirtinnen / Betriebswirte und Staatlich geprüften Gestalter/innen gegenüber staatlichen Institutionen und Politikern.

Zukunft der Technikerausbildung in Europa

Die Mobilität von Studierenden und wissenschaftlichem Personal sowie die Vergleichbarkeit und Anerkennung der jeweiligen Abschlüsse stellen wichtige Grundbedingungen dar, um das enorme Potenzial an und in den europäischen Hochschulen besser zu nutzen.

Es ist erklärtes Ziel bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Für Deutschland haben Bund und Länder gemeinsam unterzeichnet und sich damit klar zu dem Ziel bekannt, die Reform des deutschen Hochschulwesens im europäischen Kontext voranzutreiben.

Zur Überprüfung, ob die vereinbarten Ziele in den verschiedenen Teilnehmerstaaten auch erreicht werden, wurde vereinbart, alle zwei Jahre die erzielten Fortschritte auf gesonderten Konferenzen zu bilanzieren.

Der Zielkatalog umfasst folgende Ziele (Auswahl):
  • Förderung der Qualitätssicherung auf institutioneller, nationaler und europäischer Ebene
  • Einführung der Bachelor/Master-Studienstruktur
  • Definition eines Rahmens vergleichbarer und kompatibler Hochschulabschlüsse auf nationaler und europäischer Ebene (Qualifikationsrahmen)
  • Förderung der Mobilität
  • Einführung eines Leistungspunktsystems (ECTS)
  • Verbesserung der Anerkennung von Abschlüssen
  • Steigerung der Attraktivität des Europäischen Hochschulraums im globalen Maßstab
  • Einbettung in das Konzept des Lebenslangen Lernens

Das augenfälligste Ergebnis in der Bundesrepublik ist die Umstellung der Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem und die Einführung von Leistungspunkten (Credit Points).

Mit der Einführung von Leistungspunkten nach dem European Credit Transfer System (ECTS) und Modulen hat die Flexibilität und Transparenz des Studiums deutlich zugenommen. ECTS ist ein rein quantitatives Maß für die Gesamtbelastung des Studierenden durch die für den erfolgreichen Abschluss des Studiums erforderlichen Studien- und Prüfungsleistungen.

Die Auswirkungen sind bereits im Fachschulstudium spürbar. Die Ausbildungsordnungen der Fachschulen müssen angepasst werden. In die neu zu schaffenden Ausbildungsordnungen sind Kompetenzbeschreibungen und Credit Points aufzunehmen um die Vergleichbarkeit der Ausbildung mit den Fachhochschulen zu ermöglichen.

Der Abschluss des/der Staatlich geprüften Technikers/Technikerin ist in der europäischen Bildungslandschaft einzigartig und wird nur in der Bundesrepublik Deutschland angeboten. Diese Einzigartigkeit birgt zum einen die Gefahr, dass Arbeitssuchende mit dem Technikerabschluss nicht nachgefragt werden, weil dieser Abschluss in Europa nicht etabliert ist. Zum anderen bieten die bildungspolitischen Veränderungen auch Chancen für den Technikerabschluss in Europa. Die Bezeichnung Staatlich gepr. Techniker/in könnte in den frei werdenden Titel Dipl.-Ing. oder Bachelor mit Zusatz geändert werden.

Beim "Techniker" handelt es sich um Absolventen und Absolventinnen, die nicht nur ein Studium, sondern bereits Berufserfahrung durch Berufsausbildung und Berufstätigkeit nachweisen können. Um diese berufliche Qualifikation herauszustellen und um eine Abgrenzung zum Bachelor der Universitäten und Fachhochschulen herzustellen, könnte der Abschluss des/der Staatlich geprüften Technikers/Technikerin in einen Bachelor mit dem Zusatz „professional“ geändert werden.

An der Anrechenbarkeit der Technikerabschlüsse auf das Studium an den Fachhochschulen wird auf unterschiedlichen Ebenen gearbeitet. Zur Diskussion steht der Einstig eines/einer Staatlich geprüften Technikers/Technikerin in das dritte Semester der Fachhochschule.

Das Fachschulstudium hat weiterhin seine Berechtigung im deutschen und europäischen Bildungssystem. Die Industrie erhält mit einem/einer Staatlich geprüften Techniker/in eine/n gut geschulten Berufspraktiker/in.

Trends in der Medizintechnik

Die Rückmeldung einiger Absolventen und Absolventinnen, die in der Medizintechnik tätig sind, zeigt, dass neben dem fundierten Wissen über Medizintechnik immer mehr Wert auf Computerkenntnisse, Netzwerktechnik und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten gelegt wird. Die klassische Elektrotechnik und Elektronik ist immer noch bei Arbeitgebern gefragt, spielt aber in der Berufspraxis nicht mehr eine so große Rolle.

Berufsaussichten der Absolventen und Absolventinnen

Die Berufsaussichten der Absolventen und Absolventinnen der Fachschulen für Medizintechnik sind weiter gut bis sogar sehr gut. Von den 105 Absolventen und Absolventinnen des Jahres 2006 wurden bereits viele auf Grund der in einem medizintechnischen Betrieb angefertigten Technikerarbeit übernommen. Einige Fachschulen erhalten konkrete Anfragen der Arbeitgeber. Andere Fachschulen laden Firmen und Ehemalige zur Vorstellung/Verteidigung von Technikerarbeiten ein und bekommen über den anschließenden Kontakt zu den Firmen eine Stelle. Sehr oft spielt auch die Persönlichkeit (Ausstrahlung/Auftreten) eine große Rolle.

Einige Firmen konnten trotz intensiver Suche freie Stellen für Medizintechniker/innen nicht besetzen.

Die Aussicht auf eine Anstellung steigt, je größer die Bereitschaft ist, sich bundesweit zu bewerben. Das Beherrschen einer Fremdsprache in Wort und Schrift ist eine unbedingte Voraussetzung für den Erfolg im Berufsleben.

Die Arbeitsagentur bietet ständig ca. 80 freie Stellen für Medizintechniker/innen auf ihrer Internetseite an.

Links auf www.oszimt.de

Fachschule Medizintechnik (Technikerschule)

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2008

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2007

Mitteilung: Jahrestagung Fachschulen für Medizintechnik 2005

Mitteilung: Berufliche Bildung am OSZ IMT wird europäischer

externe Links

Medizinisch-Technische Akademie Esslingen

BVT - Bundesverband höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e.V.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

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aktualisiert am:
19.12.2008
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