OSZ IMT - Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik

Auftakt der Courage-Wochen mit fünf-Jahres-Jubiläum als Courage-Schule am OSZ IMT

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Courage-Wochen am OSZ IMT wurde das fünfjährige Jubiläum des OSZ IMT als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ feierlich gewürdigt und der Dokumentarfilm „Die Arier“ von und mit Mo Asumang aufgeführt und im Anschluss mit der Filmemacherin diskutiert.

„Arier“ zu sein, was bedeutet das? Steht das Wort wirklich für eine Gruppe von Menschen, die demokratiefeindliche Einsichten haben und auch nicht davor zurückschrecken diese Ansichten in der Gesellschaft zu verbreiten? Mo Asumang ging am 09.01.2020 gemeinsam mit rund hundert Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diesen Fragen auf die Spur. Während der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Courage-Wochen am OSZ IMT las sie aus ihrem Buch „Mo und die Arier - Allein unter Rassisten“ vor und analysierte mit den Schülerinnen und Schülern ihren Dokumentarfilm „Die Arier“. In dem Film ist deutlich zu sehen, dass es schwierig ist, mit Rassisten ins Gespräch zu kommen, jedoch nicht unmöglich - denn Angst vor dem Fremden kann nur mit Menschlichkeit überwunden werden. Sie machte den Schülerinnen und Schülern Mut, ihre Mitmenschen nicht aufzugeben, denn Ihre Devise lautet: Demokratie braucht Demokrat*innen.

Genau aus dieser Devise heraus hat sich das Oberstufenzentrum für Informations- und Medizintechnik 2015 mit Unterschriften von 75% aller Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) angeschlossen. Eine Urkunde zum fünfjährigen Jubiläum wurde stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler dem Vertreter der Gesamtschülervertretung, Benjamin Anke, überreicht. Ein Grund zu feiern: Denn in diesen fünf Jahren wurde nicht nur Sensibilisierungsarbeit und Aufklärungsarbeit geleistet, sondern auch eine lebendige Willkommenskultur gestaltet. Es braucht Strukturen, doch vor allem braucht es engagierte Lehrkräfte, wie Frau Böhm und Herrn Schwarzkopf, die beide stellvertretend von den Vertretern des Courage-Netzwerkes Herrn Zolchow und Herrn Rickfelder geehrt wurden.

Langfristige Kooperationspartner aus dem Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements konnten durch deren Einsatz gewonnen werden, wie zum Beispiel die Friedrich-Eberhard-Stiftung (FES). Diese ist seit 2012 mit ihrer Wanderausstellung „Demokratie stärken & Rechtsextremismus bekämpfen“ jährlich am OSZ IMT präsent. Zu diesem Anlass nahm Frau Schröter von der FES ebenfalls an der Eröffnungsfeier teil, um sich zu bedanken und den Wunsch zu äußern, sich auch in den kommenden Jahren gemeinsam für zivilgesellschaftliches Engagement einzusetzen.

Ebenfalls zum Aufbau von Präventionsstrukturen ist mit dem Pilotprojekt „Clearingverfahren und Casemanagement - Prävention gegen gewaltbereiten Neosalafismus und Rechtsextremismus“ im Dezember 2019 ein dreijähriges Pilot-Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung erfolgreich zu Ende gegangen. Das Projekt gegen Radikalisierung hatte das Ziel, ein Clearingverfahren im Regelalltag der Schule zu erproben. Aus den gewonnenen Erfahrungen wird aktuell eine Fortbildungsreihe für Lehrkräften aus ganz Deutschland entwickelt, die im Herbst 2020 an den Start geht.

Eine Courage-Schule zu sein, bedeutet engagierte Akteure in der Schule zu haben, die gemeinsam Wege finden, um aktuelle politische Fragen im Schulalltag zu diskutieren und aufzuarbeiten. Um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Chance zu geben, sich mit diversen politisch-gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen, wurden die „Courage-Wochen“ am OSZ-IMT ins Leben gerufen. Unser Dank geht hier an Herrn Bittner von Modul e.V, Schulsozialarbeiter am OSZ-IMT, für die Organisation der Workshop-Reihen. Zum zweiten Jahr in Folgen wird während der drei Wochen vor den Winterferien die politische Bildung verstärkt ins Zentrum der Schule gerückt. In dieser Zeit können Schülerinnen und Schüler als Klassenverband in mehr als 50 Workshops ihr Wissen vertiefen. Die Themenfelder könnten dieses Jahr kaum vielfältiger sein: Von religiösem-, über Links- und Rechtsextremismus sowie türkischen Ultranationalismus und Antisemitismus, geht die Spannbreite der Workshops weiter zur Gender Pay Gap, über Sexismus in der Musikindustrie hin zum Konzept der Wertebotschafter. Für die Durchführung der Workshops sind Kooperationspartner eingeladen, die auch aus Selbstbetroffenheit berichten, genau wie die Autorin und Produzentin Mo Asumang. Mit dieser Herangehensweise wollen wir politische Bildung und Demokratieerziehung als Themen für Schülerinnen und Schüler greifbarer machen. So wie Mo Asumang schon sagte: „Demokratie braucht Demokratinnen und Demokraten“. Wir fügen lediglich nur hinzu: „Demokratinnen und Demokraten brauchen Räume, um kontroverse Themen der Gesellschaft auch kontrovers diskutieren zu können. Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern am OSZ IMT genau diesen Raum!“

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