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OSZ IMT - Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik

Aktuelle Entwicklungen in der Medizininformatik

Am Mittwoch, dem 05.07.2016 war Dr. Klaus Juffernbruch zu Gast im OSZ IMT. Nach Tätigkeiten im Klinikum der RWTH Aachen, bei IBM und CISCO leitet er seit 2012 die Expertengruppe „Intelligente Gesundheitsnetze“ des IT-Gipfels der Bundesregierung.

Vor den Schülerinnen und Schülern der Leistungskurse Medizininformatik (MI) und Informationstechnik (IT) des Beruflichen Gymnasiums hielt er eine Vorlesung zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in der Medizininformatik“.

Themenschwerpunkte waren:

  • Telemedizin
  • mobile Health
  • 3D-Druck in der Medizin
  • Robotik
  • medizinische Expertensysteme

Die Zuhörenden bekamen einen aktuellen und sehr informativen Überblick über die neuesten Entwicklung in der Medizininformatik. Schnell wurde allen deutlich, dass viele Fragestellungen der Medizininformatik sehr interessant auch für „allgemeine IT’ler“ sind; so etwa die Frage, wie man ländliche Regionen über intelligente Vernetzung besser in die Gesundheitsversorgung einbeziehen kann.

Oft entscheiden in der Medizin Minuten über Leben und Tod eines Menschen, z. B. nach einem Unfall. Durch Telemonitoring- und Videokonferenzsysteme ist es möglich, die Versorgung von Patienten entscheidend zu verbessern und schnellen Zugriff auf Experten (etwa der Chirurg aus München oder der Radiologe aus Aachen) zu ermöglichen. Ein Berliner Beispiel ist die Zusammenarbeit des Unfallkrankenhauses Marzahn und des Deutschen Herzzentrums auf dem Campus Virchow mit mehreren Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg.

In der Schweiz ist es bereits möglich, zu 24 Standard-Krankheitsbildern (wie etwa Blasenentzündung oder Hautpilz) in Apotheken über Videosprechstunden Ärzte zu konsultieren. Medikamente, die die Patienten benötigen, erhalten sie dann direkt in der Apotheke. Die Zuhörer fanden dies einen guten Ansatz, um die Versorgungslage in ländlichen Regionen zu verbessern. In Deutschland allerdings steht dem eine starke Ärztelobby negativ gegenüber und beeinflusst die Politik, so dass es bereits einen Gesetzentwurf für ein „Fernbehandlungsverbot“ gibt.

Eine weitere sehr interessante Frage ist die Nutzung der erhobenen Gesundheitsdaten durch Smartphones und Wearables. Wie zuverlässig arbeiten diese Systeme und wie kann man die erhobenen Daten besser für die Gesundheitsvorsorge und Therapie der Bevölkerung nutzen? Immer stärker werden auch Smartphones und Tablets für diagnostische Zwecke verwendet. Wie kann man die Zuverlässigkeit der ableitbaren medizinischen Aussagen verbessern? An dieser Stelle ist sehr gute medizinische Software gefragt. Ein weites Anwendungsfeld für Programmierer und Informatiker.

Es wurde deutlich, dass Deutschland Nachholbedarf in verschiedenen Bereichen der Medizininformatik hat, nicht nur die Vernetzung von Krankenhäusern und Ärzten könnten entscheidend verbessert werden. Auch im Bereich der Robotik (etwa aktive Prothesen oder künstliche Pflegehelfer) und der Künstlichen Intelligenz in der Medizin sind die USA, Japan und andere Staaten Deutschland auch wegen der geltenden Gesetzeslage voraus.

Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich sehr rege an der Veranstaltung, so dass nach einer halben Stunde aus der Vorlesung mehr und mehr ein Dialog wurde. Wie etwa können einerseits offene und dialogische Systeme in der Medizin geschaffen werden, um Behandlungen zu vereinfachen, ohne dabei den Menschen mit seinen Krankheitsdaten Datenkraken wie google, Microsoft oder 'gar Kriminellen auszuliefern.

So zeigte sich das starke Interesse an aktuellen Entwicklungen im Beruflichen Gymnasium und wie nahe das Berufliche Gymnasium des OSZ IMT mit seinen Bildungsinhalten am Puls der Zeit ist.

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